Kardamômon (Dioscoride)

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kuperos (heteron eidos)
De Materia Medica (Dioscoride, 1er siècle)
nardos


Texte grec de Wellmann

1.6.1 <καρδάμωμον> ἄριστον τὸ ἐκ τῆς Κομμαγηνῆς καὶ Ἀρ- μενίας καὶ Βοσπόρου κομιζόμενον· γεννᾶται δὲ καὶ ἐν Ἰνδίᾳ καὶ Ἀραβίᾳ. ἐκλέγου δὲ τὸ δύσθραυστον, πλῆρες, μεμυκός – τὸ γὰρ μὴ τοιοῦτον ἔξωρόν ἐστι – καὶ τὸ τῇ ὀσμῇ δὲ πληκτικόν, γεύσει δὲ δριμὺ καὶ ὑπόπικρον. δύναμιν δὲ ἔχει θερμαντικήν· ποιεῖ δὲ πινόμενον μεθ' ὕδατος πρὸς ἐπιλημπτικούς, βήττοντας, ἰσχιαδικοὺς καὶ <πρὸς> παράλυσιν, ῥήγματα, σπάσματα, στρόφους καὶ ἕλμινθα πλα- τεῖαν ἐκβάλλει. μετ' οἴνου δὲ πινόμενον νεφριτικοῖς, δυσουροῦσι, σκορπιοπλήκτοις καὶ πᾶσι τοῖς ἰοβόλοις ἁρμόζει. μετὰ δὲ δάφνης ῥίζης φλοιοῦ ποθεῖσα δραχμὴ <μία> λίθους θρύπτει· φθείρει καὶ ἔμβρυα ὑποθυμιώμενον καὶ ψώρας ἐξαίρει σὺν ὄξει καταχριόμενον. μείγνυται δὲ καὶ εἰς τὰς τῶν μύρων στύψεις.

Identifications proposées

Traduction française

Traduction allemande de Berendes

5. Kardamomon. Elettaria cardamomum, Alpinia cardamomum (Zingiberaceae) - Kardamom

Περί Καρδαμώμου. Das beste Kardamomon wird aus Komagene, aus Arabien und vom Bosporus bezogen; es wächst in Indien und Arabien. Man wähle das, welches schwer zu zerbrechen, voll und rasselnd[1] ist [denn was diese Eigenschaft nicht hat ist zur unrechten Zeit gesammelt], welches einen betäubenden Geruch und scharfen, bitterlichen Geschmack hat. Es hat erwärmende Kraft. Mit Wasser genommen wirkt es gegen Epilepsie, Husten, Ischias, Paralyse, Zerreißungen, Krämpfe, Leibschneiden und treibt den Bandwurm ab. Mit Wein genommen ist es ein gutes Mittel bei Nierenleiden, Harnverhaltung, gegen Skorpionstiche und alle Bisse giftigen Tiere. Mit 1 Drachme[2] von der Wurzelrinde des Lorbeers getrunken zertrümmert es den Blasenstein. In der Räucherung tötet es den Embryo, und mit Essig eingerieben vertreibt es die Krätze. Es wird aber auch den Salben zum Verdichten zugesetzt [ebenso den anderen Gegenmitteln][3].

Commentaires de Berendes

  1. Ein Zeichen, dass die Samen in der Kapsel reif sind.
  2. 1 Drachme = 3,411 g.
  3. Die eingeklammerten Worte nur bei Saracenus.

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D. schätzt die Droge nach der Handels- bezw. Bezugsgegend. Komagene ist die nördlichste Provinz von Syrien. Die Producte Indiens wurden theils auf dem Land-, theils auf dem Seewege zum Abendlande gebracht. Die Karawane setzte sich von Attok am Indus aus in Bewegung nach Kabul, der Hauptstadt des heutigen Afghanistans. Von hier führte eine Strasse über Kandahar durch das Gebiet der Parther, durch das kaspische Thor nach Ekbatana in Medien, dem heutigen Hamadan. Von da zog der Kaufmann entweder südwärts über Susa zu den Mündungen des Euphrat und Tigris oder überschritt den Tigris auf einem westlichen Wege, um nach Babylon, dem Hauptstapelplatze, zu kommen. Dann ging es entweder zu Schiff auf dem Euphrat oder längs seiner Ufer nach Syrien und Armenien, wo in Komagene der Fluss überschritten wurde, durch den Pontus euxinus (Schwarzes Meer) und den Bosporus nach Byzanz (Constantinopel). Andererseits konnte man durch Syrien mit seinen Hafenstädten Tyrus, Sidon und Heliopolis leicht zu den europäischen Mittelmeerländern kommen.

Theophrast (Hist. pl. IX 7, 2, 3) lässt das Kardamomon theils aus Indien, theils aus Medien kommen, er nennt es beissend, δηκτικόν. Nach Plinius (XII 50) wächst es sogar in Medien; er nennt es dem Namen und der Gestalt des Strauches nach ähnlich dem Amomum und unterscheidet vier Sorten: die sehr grüne, fette, scharfkantige und schwer zerreibliche als die beste, die röthliche, dann die kürzere schwärzliche und als schlechteste die gefleckte, leicht zerreibliche und schwach riechende. Man muss bei den botanischen Angaben des Plinius sich aber bewusst bleiben, dass dieselben nicht absolut sicher und ausschlaggebend sind.

Die Beschreibung der Droge ist sehr karg, das Wenige, was D. sagt, stimmt aber sehr gut, so dass wir wohl mit einiger Sicherheit annehmen können, dass das Kardamom der Alten die Frucht von Elettaria Cardamomum White et Maton Alpinia Cardamomum Roxb. (Zingiberaceae), einer Pflanze der feuchten Gebirgswälder der Malabarküste ist. Dass auch Arabien als Heimath derselben angegeben wird, darf uns nicht wundern, da der Zwischenhandel in den Händen der Araber lag und, wie bei anderen Producten Indiens, so auch hier Arabien als Stammland angesehen wurde.

Scribonius Largus, ein Zeitgenosse des D., wendet gleichfalls das Kardamom an und Alexander von Tralles, um die Mitte des 6. Jahrh., verordnet es äusserlich und innerlich in zwölf Recepten, in einem Falle (besonders gegen Nierenleiden) schreibt er das enthülste (κ. ἐξηντερισμένον) vor. Die Pflanze selbst beschreibt D. nicht.

Der wirksame Bestandtheil des Kardamom ist ätherisches Oel, welches ihm einen kräftig gewürzhaften, milde kampferartigen Geruch und einen etwas brennenden Geschmack verleiht.

Ausser den Malabar-Kardamomen kommen im Handel noch vor die Ceylon-, Siam-, die Bastard- und die bengalischen Kardamomen.