Ion (Dioscoride)
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Sommaire
Texte grec de Wellmann
4.121.1 <ἴον>· φύλλον ἔχει μικρότερον κισσοῦ καὶ λεπτότερον, μελάντερον δὲ καὶ οὐκ ἀφόμοιον, καυλίον μέσον ἀπὸ τῆς ῥίζης, ἐφ' οὗ ἀνθύλλιον σφόδρα εὐῶδες, πορφυροῦν· φύεται ἐν πα- λισκίοις καὶ τραχέσι τόποις. δύναμιν δὲ ἔχει ψυκτικὴν τὰ φύλλα καταπλασσόμενα καθ' ἑαυτὰ καὶ μετὰ ἀλφίτου· βοηθεῖ δὲ στομάχῳ πυρουμένῳ καὶ ὀφθαλμῶν φλεγμοναῖς καὶ ταῖς ἄλλαις ἕδρας προπτώσεσι. φασὶ δὲ τὸ πορφυρίζον τοῦ ἄνθους μετὰ ὕδατος ποθὲν συναγχικοῖς βοηθεῖν καὶ ἐπιλημψίαις ταῖς ἐπὶ [τῶν] παίδων.
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RV: ἴον πορφυροῦν· οἱ δὲ δασυπόδιον, οἱ δὲ Πρι- απήϊον, οἱ δὲ ἴον ἄγριον, οἱ δὲ Κυβέλειον, Ῥωμαῖοι σεγετάλις, οἱ δὲ μουράρια, οἱ δὲ βίολα πουρπούρεα.
Identifications proposées
- Viola odorata (Beck)
- (Aufmesser)
- (Berendes)
- (García Valdés)
- Nom accepté : Viola odorata
Traduction française
Traduction allemande de Berendes
120 (122). Veilchen. Viola odorata (Violaceae) - Veilchen
Das purpurfarbige Ion [Einige nennen es Dasypodion [1], Andere Priapeïon [2], wildes Ion, Kybelion [3], die Römer Setialis, auch Muraria und Viola purpurea] hat ein kleineres Blatt als der Epheu, auch zarter und schwarzer, sonst aber (diesem) nicht unähnlich, ein mitten aus der Wurzel aufsteigendes Stengelchen, daran das sehr wohlriechende purpurfarbige Blüthchen. Es wächst an schattigen und rauhen Stellen. Es hat eine kühlende Kraft. Seine Blätter, für sich allein getrunken und mit Graupen als Umschlag, helfen bei Erhitzung des Magens, bei Augenentzündung und Mastdarmvorfall. Es heisst, dass der purpurne Theil der Blüthe, mit Wasser getrunken, bei Schlundmuskelentzündung und Epilepsie der Kinder helfe.
Commentaires de Berendes
Nach Geopon. XI 22 hat die Pflanze den Namen daher erhalten, dass die Erde dieselbe zu Ehren der von Zeus geliebten Juno entstehen liess.
Ohne allen Zweifel haben wir hier Viola odorata L. (Violaeeae), Veilchen, vor uns; das bestätigen die Parallelstellen bei Theophrast (Hist. pl. VI 6, 7 u. 8, 2): "Das schwarze Veilchen, μέλαν ἴον, unterscheidet sich von den übrigen durch den Stengel, die am Boden liegenden fleischigen Blätter und die zahlreichen Wurzeln... Bei der richtigen Cultur blüht es sehr lange, die ganze heisse Zeit hindurch." (De caus. VI 20, 1:) „Beim Veilchen hat das wildwachsende Geruch." Bei Plinius XXI 35 : „Das Veilchen (Viola) riecht in der Ferne angenehmer als in der Nähe." XXI 27: „Es gibt viele Arten, rothe, gelbe und weisse. Unter denen, die an sonnigen und mageren Plätzen wild vorkommen, schiessen die purpurrothen mit breiten Blättern unmittelbar aus der fleischigen Wurzel hervor, sie allein werden von den übrigen durch einen griechischen Namen unterschieden, wovon die blauen Kleider ihren Namen haben." Die Bezeichnung Viola mit dem Zusatz lutea und alba geht auf Cheiranthus. Bei Hippokrates heisst das Veilchen λευκόϊον τὸ μέλαν, schwarze Levkoje. Das Veilchen wurde auch in Gärten gezogen; wo jedoch bei den alten Schriftstellern (Varro, Virgil, Columna) von Violaria, Veilchengärten, von Anpflanzungen der Biene wegen (Plinius) die Rede ist, dürfte Cheiranthus gemeint sein.
Die Schwesterpflanze, Viola tricolor L., Wildes Stiefmütterchen, ist heute noch ein beliebtes Blutreinigungsmittel.