Pissa (Dioscoride)
Texte grec de Wellmann
1.72.1.1 <πίσσα> ἡ μὲν ὑγρά, ἣν ἔνιοι κῶναν καλοῦσι, συνάγεται μὲν ἐκ τῶν λιπαρωτάτων ξύλων πεύκης καὶ πίτυος· ἔστι δὲ καλὴ ἡ στίλβουσα καὶ λεία καὶ καθαρά. ποιεῖ δὲ πρὸς θανάσιμα φάρμακα, φθισικούς, ἐμπυικούς, βῆχας, ἄσθματα, δυσανάγωγα τῶν ἐν θώρακι ὑγρῶν ἐκλειχομένη κυάθου πλῆθος μετὰ μέλιτος· ποιεῖ δὲ καὶ πρὸς τὰς τῶν παρι- σθμίων καὶ σταφυλῆς φλεγμονὰς καὶ συνάγχας διαχριομένη, καὶ πρὸς τὰ πυορροοῦντα ὦτα σὺν ῥοδίνῳ, πρός τε ἑρπετῶν δήγ-
1.72.2 ματα σὺν ἁλσὶ λείοις καταπλασσομένη. κηρῷ δὲ ἴσῳ μιγεῖσα λεπροὺς ὄνυχας ἀφίστησι, φύματά τε ὑστέρας καὶ σκληρίας δακτυλίου διαφορεῖ. σὺν κριθίνῳ δὲ ἑψηθεῖσα ἀλεύρῳ καὶ παι- δὸς οὔρῳ χοιράδας περιρρήττει, μετὰ δὲ θείου ἢ πίτυος φλοιοῦ ἢ πιτύρων ἕρπητας ἐπέχει καταχριομένη, μάννῃ δὲ καὶ κηρωτῇ μιγεῖσα τὰς ὑποφορὰς παρακολλᾷ, πρός τε τὰς ἐν ποσὶ καὶ δακτυλίῳ ῥαγάδας ἁρμόζει καταχριομένη, πληροῖ τε τὰ ἕλκη καὶ ἀποκαθαίρει σὺν μέλιτι, σὺν σταφίδι δὲ καὶ μέλιτι ἄνθρα- κας καὶ σηπεδόνας περιχαράσσει· μείγνυται δὲ καὶ σηπταῖς χρησίμως.
1.72.3 γίνεται δὲ καὶ <πισσέλαιον> ἐκ τῆς πίσσης χωριζομένου τοῦ ὑδατώδους αὐτῆς. ἐφίσταται δὲ τοῦτο καθάπερ ὀρρός, καὶ ἐκλαμβάνεται δὲ ἐν τῇ ἑψήσει τῆς πίσσης ὑπεραιωρουμένου ἐρίου καθαροῦ, ὅπερ, ὅταν ἐκ τοῦ ἀναφερομένου ἀτμοῦ γένηται διάβροχον, ἐκθλίβεται εἰς ἀγγεῖον, καὶ τοῦτο γίνεται ἐφ' ὅσον ἂν χρόνον ἡ πίσσα ἕψηται. ποιεῖ δὲ πρὸς ὅσα καὶ ἡ ὑγρὰ πίσσα· δασύνει δὲ καὶ ἀλωπεκίας καταπλασθὲν μετὰ κριθίνου ἀλεύρου. θεραπεύει δὲ τοῦτο καὶ ἡ ὑγρὰ πίσσα καὶ τὰ ἐπὶ τῶν κτηνῶν ἕλκη καὶ ψώρας ἐπιχριομένη.
1.72.4 γίνεται δὲ καὶ <λιγνὺς> ἐκ τῆς ὑγρᾶς πίσσης οὕτως· εἰς λύχνον καινὸν ἐλλυχνιασμένον ἀποδούς τι τῆς πίσσης ἅψον καὶ πωμάσας τὸν λύχνον καινῷ ἀγγείῳ κεραμεῷ κλιβανοειδεῖ, ἄνω- θεν μὲν περιφερεῖ καὶ στενῷ, κάτωθεν δὲ τρήματα ἔχοντι, κα- θάπερ οἱ κλίβανοι, ἔα καίεσθαι· ὅταν δὲ ἀναλωθῇ τὸ πρῶτον ὑγρόν, ἄλλο ἐπίχεε, ἕως ἂν αἰθαλώσῃς λιγνὺν αὐτάρκη, καὶ χρῶ. δύναμιν δὲ ἔχει δριμεῖαν καὶ στυπτικήν. χρηστέον δὲ αὐτῇ εἰς καλλιβλέφαρα καὶ περίχριστα καὶ ὅπου μεμυδηκότα βλέφαρα τριχοφυῆσαι δεῖ, καὶ πρὸς ἀσθενέστερα καὶ μὴ δακρυρροοῦντα, ἔτι δὲ ἑλκώδη ὄμματα χρήσιμος.
1.72.5 ἡ δὲ <ξηρὰ πίσσα> ἑψομένης τῆς ὑγρᾶς γίνεται· καλεῖται δὲ αὕτη ὑπ' ἐνίων παλίμπισσα. γίνεται δὲ αὐτῆς ἡ μέν τις ἰξώδης, βοσκὰς καλουμένη, ἡ δὲ ξηρά. ἔστι δὲ καλὴ ἡ καθαρὰ καὶ λιπαρὰ καὶ εὐώδης καὶ ὑπόκιρρος καὶ ῥητινώδης. τοιαύτη δέ ἐστιν ἡ Λυκιακὴ καὶ <ἡ> Βρυττία, δύο φύσεων ἐχόμεναι, πίσσης ἅμα καὶ ῥητίνης. δύναμιν δὲ ἔχει θερμαντικήν, μαλα- κτικήν, πυοποιόν, διαφορητικὴν φυμάτων καὶ φυγέθλων καὶ πλη- ρωτικὴν ἑλκῶν. μείγνυται δὲ καὶ τραυματικοῖς χρησίμως. <ζώπισσαν> δὲ οἱ μὲν εἶπον εἶναι τὴν τῶν πλοίων ξυο- μένην ῥητίνην μετὰ τοῦ κηροῦ, καλουμένην ὑπ' ἐνίων ἀπόχυμα, οὖσαν διαχυτικὴν διὰ τὸ ἐν τῇ θαλάσσῃ βρέχεσθαι, οἱ δὲ τὴν πιτυίνην ῥητίνην οὕτως ὠνόμασαν.
Identifications proposées
- pitch (Beck)
- Pech (Aufmesser)
- (Berendes)
- pez líquida (García Valdés)
- poix (de pin)
Traduction française
Traduction allemande de Berendes
94. Περὶ πίσσης ὑγρᾶς. Flüssiges Pech.
Das flüssige Pech (der Theer) nun, welches einige auch Konos nennen, wird aus den fettesten Hölzern der Kiefer und Fichte gesammelt. Als schön aber gilt das glänzende, glatte und reine. Es ist wirksam gegen tödtliche Gifte, bei Schwindsucht, Lungengeschwüren, Husten, Asthma, bei schwerem Auswerfen von Schleim (Flüssigkeiten) aus der Brust, wenn es in der Gabe eines Bechers mit Honig aufgeleckt wird. Es wirkt auch als Salbe gegen Anschwellungen der Mandeln, des Zäpfchens und gegen Entzündung der inneren Schlundmuskeln (Bräune), ferner bei eiterflüssigen Ohren mit Rosensalbe und gegen Schlangenbisse mit fein zerriebenem Salz aufgeschmiert. Mit gleichviel Wachs gemischt entfernt es schorfige Nägel, zertheilt Geschwülste der Gebärmutter und Verhärtungen des Afters. Mit Gerstenmehl und Knabenurin gekocht zerreisst es ringsum die verhärteten Halsdrüsen. Mit Schwefel oder Fichtenrinde oder Kleien eingestrichen hält es kriechende Geschwüre auf. Mit Manna und Wachsalbe gemischt verklebt es die Fisteln, auch bei Schrunden an den Füssen und Fingern wirkt es als Salbe heilsam. Ebenso füllt es die Geschwüre aus und reinigt sie mit Honig; mit Rosinen und Honig zertheilt es ringsum die Karbunkeln und eiternden Geschwüre. Mit Nutzen wird es auch den fäulnisswidrigen Mitteln zugemischt.
95. Περὶ Πισσελαίου. Theeröl.
Aus dem Theer wird auch ein Theeröl hergestellt, indem das Wasserartige abgeschieden wird; dieses stellt darüber, wie Molken über der Milch [1], und wird nun beim Kochen des Theers erhalten, indem reine Wolle darüber ausgebreitet wird, welche, wenn sie aus dem aufsteigenden Dampfe gesättigt ist, in ein Gefäss ausgedrückt wird. Dieses geschieht die ganze Zeit hindurch in welcher der Theer gekocht wird. Es leistet dasselbe wie der Theer. Mit Gerstenmehl aufgestrichen, befördert es den Haarwuchs bei der Fuchskrankheit (Alopekie, Haarschwund). Dieselbe Heilkraft besitzt auch der Theer, wenn er eingerieben wird, bei Geschwüren und Räude des Viehes.
96. Περὶ λιγνύος τῆς ἐξ ὑγρᾶς πίσσης. Russ des Theers.
Der Russ aus dem Theer wird auf diese Weise gewonnen: in eine neue, mit einem Dochte versehene Lampe gib etwas Theer, zünde ihn an und bedecke die Lampe mit einem neuen irdenen klibanosähnlichen [2] Gefässe, welches nämlich oben rund und eng ist, unten aber geradeso wie die Klibanoi ein Loch hat, und lass brennen. Wenn die erste Flüssigkeit verzehrt ist, giesse andere auf, bis du hinreichend Russ gebrannt hast, und gebrauche ihn. Er hat scharfe und adstringirende Kraft. Verwendet wird er aber zur Verschönerung der Augenlider und auch zum Bestreichen ringsum, auch wenn triefende Wimpern neue Haare bekommen sollen. Ebenso ist er gut zu gebrauchen bei schwachen, thränenden, besonders bei geschwürigen Augen.
97. Περὶ ξηρᾶς πίσσης. Pech.
Das Pech wird nun noch durch Kochen des Theers bereitet. Dasselbe wird von Einigen auch Palimpissa [3] genannt. Eine Sorte davon ist klebrig, Boskas genannt, die andere trocken. Als schön gilt das reine, fette, wohlriechende, hellgelbe und harzartige. Ein solches ist das lykische und bruttische [4], sie haben beide Naturen, die des Pechs und zugleich des Harzes. Er hat erwärmende, erweichende, Eiter machende, Geschwülste und Drüsengeschwüre zertheilende und Geschwüre ausfüllende Kraft. Mit Nutzen wird es auch den Wundarzneien zugemischt.
98. Περὶ ζωπίσσης. Zopissa.
Zopissa, sagen Einige, sei das zugleich mit dem Wachs von den Schiffen abgekratzte Harz, welches von Einigen Apochyma [5] genannt wird und vertheilend wirkt durch die Bespülung mit dem Meerwasser. Andere nennen so das Fischtenharz.
Commentaires de Berendes
- ↑ Eigentlich sollte es heissen "über dem Käse".
- ↑ κλίβανος (Clibanus) ist ein eisernes oder irdenes Geschirr, welches unten weiter als oben ist und als Form zum Brodbacken diente. Es war unten mit einer oder mehreren Oeffnungen versehen, um die Hitze eindringen zu lassen. Das Brod wurde in der Form heiss aufgetragen, also ähnlich wie bei uns der sogen. Auflauf.
- ↑ Wieder gekochtes Pech.
- ↑ Plinius XVI 53 nennt das klebrige, zähe Pech Bruttia, der Theer wird in kupferne Pfannen gegossen und durch Essig verdickt ; wenn er geronnen ist, hat er obigen Namen. Dieser leitet sich ab von den Bruttiern, welche an der südlichen Spitze Italiens, im äussersten Theile von Calabrien wohnten. Hier war ein Wald, Sila, mit besonders zur Pechbereitung geeigneten Bäumen bestanden. Sprengel nennt sie Pinus brutia Tenor., eine der P. maritima und halepensis ähnliche Species. Das Pech eignete sich besonders zum Verpichen der Fässer. Das gesottene feinere Pech hiess Crapulla (Plinius XIV, 127).
- ↑ ἀπόχυμα, das Ab- oder Ausgegossene.
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(94). Die Bereitung des Theers gibt D. nicht an, wir erfahren sie von Plinius XVI 52. Das Holz wird in Stücke gesägt und in einem Ofen, der von aussen allenthalben mit Feuer umgeben ist, geschweelt. Das zuerst Uebergehende (der Holzessig) läuft wie Wasser in einer Rinne ab, heisst Cedrium und besitzt eine solche Kraft, dass man in Aegypten menschliche Leichname damit übergiesst und dadurch conservirt. Die nachfolgende Flüssigkeit ist schon dicker und liefert den Theer.
Aus der vielfachen Verwendung des Theers geht hervor, welchen Werth D. demselben beilegte. Auch in neuerer Zeit hat der Theer in der Therapie keine unwichtige Rolle gespielt, es sei nur an die übertriebenen Hoffnungen erinnert, welche man seiner Zeit an die Theerkapseln Guyot's zur Heilung der Schwindsucht knüpfte. Als äusserliches Mittel ist er noch jetzt im Gebrauch.
(95). Das Wasserartige ist Holzessig, welcher im Wesentlichen aus Methylalkohol und Essigsäure besteht. D. erhält durch die einfache Manipulation die flüchtigen Theerbestandtheile, welche wir durch die Destillation gewinnen ; es sind hauptsächlich Kohlenwasserstoffe, Benzol, Toluol, Xylol u. s. w., Körper von niedrigem Siedepunkte (leichtes Theeröl), vielleicht bei stärkerem Erhitzen auch Phenol und Kreosot (schweres Theeröl).
(98). Plinius XVI 53 rühmt die Wirkung der Zopissa, besonders wenn sie mit Salz bestreut wird.