Amorgê (Dioscoride)
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Sommaire
Texte grec de Wellmann
1.102.1 <ἀμόργη> ὑποστάθμη ἐστὶν ἐλαίας τῆς ἐκθλιβομένης. ἥτις ἑψηθεῖσα ἐν χαλκῷ Κυπρίῳ μέχρι μελιτώδους συστάσεως στύφει, ποιοῦσα πρὸς ἃ καὶ τὸ λύκιον, ἐκ περισσοῦ δὲ καὶ πρὸς ὀδονταλγίας, τραύματά τε περιχριομένη μετ' ὄξους ἢ οἴνου ἢ οἰνομέλιτος. μείγνυται δὲ καὶ ὀφθαλμικαῖς δυνάμεσι καὶ ἐμπλα- στικαῖς, παλαιουμένη τε βελτίων γίνεται, ἔγκλυσμά τε αἰδοίῳ καὶ ἕδρᾳ καὶ μήτρᾳ εἱλκωμέναις ἐστὶ χρήσιμον. ἐκβάλλει δὲ καὶ τοὺς ἐφθαρμένους ὀδόντας σὺν ὀμφακίῳ ἑψηθεῖσα ἄχρι μελιτώδους συστάσεως καὶ περιπλασθεῖσα, ψώρας τε κτηνῶν σὺν θέρμων ἀποβρέγματι καὶ χαμαιλέοντος καταχριομένη θερα- πεύει. ἡ δὲ ἀνέψητος καὶ πρόσφατος ποδαγρικοὺς καὶ ἀρθρι- τικοὺς ὠφελεῖ θερμὴ καταντληθεῖσα, ἐγχριομένη δὲ εἰς κώδιον καὶ ἐπιτιθεμένη ἐπὶ τῶν ὑδρωπικῶν στέλλει τὸν ὄγκον.
Identifications proposées
- (Beck)
- Ölhefe (Aufmesser)
- (Berendes)
- hez del aceite, oleaza (García Valdés)
- = amurca = margine, résidu du pressage des olives. Michel Chauvet
Traduction française
Traduction allemande de Berendes
Chez Berendes, cette notice se place entre 105 agrielai et 106 drus.
140. Περὶ ἀμόργης. Oelsatz.
Oelsatz ist der Bodensatz des ausgepressten Olivenöls, dieser, in einem kupfernen Kessel bis zur Honigconsistenz eingekocht, adstringirt, ist wirksam gegen das, wogegen Lykion wirkt, über die Maassen aber auch gegen Zahnschmerzen und Wunden, wenn er mit Essig, Wein oder Honigwein als Salbe verwandt wird. Er wird auch den heilkräftigen Augenmitteln und den hautbildenden Mitteln zugemischt. Mit dem Alter wird er gar besser. Sehr dienlich ist er als Klystier bei Geschwüren im After, in der Scheide und Gebärmutter. Mit dem Saft unreifer Trauben bis zur Honigconsistenz gekocht und umgeschlagen zieht er verdorbene Zähne heraus. Mit einer Abkochung von Lupinen und Mastixdistel eingeschmiert heilt er die Krätze der Hausthiere. Ungekocht und frisch in warmer Bähung hilft er denen, die an Podagra und Gicht leiden. Auf Schaffell gestrichen und Wassersüchtigen umgelegt vertreibt er die Geschwulst.
Commentaires de Berendes
Plinius XV 9 betrachtet die Amurca, den Oelsatz, als einen Bestandtheil der Olive, als einen bitteren Saft, welcher durch Wasser entsteht und daher bei vieler Nässe sich in grösserer Menge bildet. Die Oliven wurden, wie er sagt, überdies noch mit heissem Wasser übergossen und gleich ganz unter die Presse gebracht, um die Amurca zu entfernen. Dadurch, dass man dem Olivenöl zur besseren Conservirung Salz zusetzte, wurde der Oelsatz auch salzhaltig. Varro (De re rust. I 55) und Plinius l. c. nach dem Vorgange von Cato räumen dem Oelsatz grossen Nutzen bei, namentlich soll er gegen Ungeziefer am Getreide, bei einigen Krankheiten der Thiere und Bäume dienen und zum Tränken der Holz- und Thongefässe, sowie verdünnt als Dungmittel u. s. w. vortheilhafte Verwendung finden.