Malabathron (Dioscoride)
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Sommaire
Texte grec de Wellmann
1.12.1 <μαλάβαθρον> ἔνιοι ὑπολαμβάνουσιν εἶναι τῆς Ἰνδικῆς νάρδου φύλλον πλανώμενοι ὑπὸ τῆς κατὰ τὴν ὀσμὴν ἐμφερείας· πολλὰ γάρ ἐστιν ὅμοια τῇ ὀσμῇ νάρδῳ ὡς τὸ φοῦ, ἄσαρον, ἶρις. οὐκ ἔχει δὲ οὕτως· ἴδιον γάρ ἐστι γένος φυόμενον ἐν τοῖς Ἰνδικοῖς τέλμασι, φύλλον ὂν ἐπινηχόμενον τῷ ὕδατι καθάπερ οἱ ἐπὶ τῶν τελμάτων φακοί, ῥίζαν οὐκ ἔχον, ὅπερ συλλέγοντες εὐθέως διαπείρουσι λίνῳ καὶ ξηράναντες ἀποτίθενται. φασὶ δὲ καὶ τῆς θερείας ἀναξηρανθέντος τοῦ ὕδατος καίεσθαι φρυ- γάνοις τὴν γῆν· μὴ γενομένου γὰρ τούτου φύλλον μηκέτι φύε-
1.12.2 σθαι. ἔστι δὲ καλὸν τὸ πρόσφατον καὶ ὑπόλευκον ἐν τῷ με- λανίζοντι, ἄθραυστον καὶ ὁλόκληρον, πληκτικὸν τῇ ὀσμῇ καὶ ἐπιδιαμένον τῇ εὐωδίᾳ, ναρδίζον δὲ τῇ γεύσει <καὶ> μὴ ἁλμυ- ρίζον. τὸ δὲ ἀδρανὲς καὶ λελεπτοκοπημένον εὐρωτιῶσαν ἔχον τὴν ἀποφορὰν φαῦλον. δύναμιν δὲ ἔχει τὴν αὐτὴν τῇ νάρδῳ, ἐνεργέστερον δὲ ἐκείνη πάντα ποιεῖ. διουρητικωτέρα μέντοι καὶ εὐστομαχωτέρα ἐστὶν ἡ τοῦ μαλαβάθρου δύναμις, καὶ πρὸς τὰς ὀφθαλμικὰς φλεγμο- νὰς ἁρμόζει ἀναζεσθὲν ἐν οἴνῳ καὶ λεῖον ἐπιχριόμενον· ὑποτί- θεται καὶ <τῇ> γλώσσῃ πρὸς εὐωδίαν στόματος καὶ σὺν ἱμα- τίοις τίθεται· ἄβρωτα γὰρ καὶ εὐώδη τηρεῖ ταῦτα.
Identifications proposées
- Cinnamomum tamala, Cinnamomum iners, Cinnamomum zeylanicum, Pogostemon patchouli (Beck, citant André)
- Cinnamomum albiflorum, Cinnamomum tamala ou Xanthochymus pictorius d'après Genaust (Aufmesser)
- Laurus cassia, Cinnamomum tamala (Berendes)
- Pogostemon patchouli, Cinnamomum tamala, Cinnamomum iners, Cinnamomum zeylanicum (García Valdés)
- Trapa bicornis, Trapa bispinosa, Trapa quadrispinosa - Limnantheum indicum, Nymphoides indica (Osbaldeston) (!)
- voir aussi malabathrinon elaion
- Malabathrum (Ruel, 1552)
- Malabatre, (Commentaires de Dioscoride, Matthiole 1572, 33) (Mattioli ne sait pas ce que c'est).
Traduction française
Traduction allemande de Berendes
11. Malabathron. Laurus cassia (Laurineae) oder Cinnamomum cassia, C. aromat., C. tamala - Kassienlorbeer
Περί Μαλαβάθρου. Einige nehmen an, das Malabathron sei das Blatt der indischen Narde, verleitet durch die Aehnlichkeit im Geruch; es haben nämlich viele Pflanzen einen nardenartigen Geruch, wie das Phu, die Haselwurz, Neris. Die Sache verhält sich aber nicht so. Es ist eine besondere, in den indischen Sümpfen wachsende Art, indem es ein Blatt ist, welches auf dem Wasser schwimmt, gerade so wie die auf den Sümpfen sich findende Linse [1], ohne dass es eine Wurzel hat. Die Sammler ziehen es rasch auf eine Leinenschnur zum Trocknen und bewahren es auf. Man sagt, dass, nachdem das Wasser durch die sommerliche Hitze verschwunden ist, der Boden mit Strauchwerk gebrannt werde, denn, wenn dies nicht stattfände, wachse es nicht. Gut ist es, wenn es frisch, beim Einweichen weißlich, nicht zerbrechlich und ganz unversehrt ist, wenn es einen durchdringenden Duft mit lange anhaltendem nardenartigem Wohlgeruch und dabei keinen salzigen Geschmack hat. Das schwache und zerbröckelte [2], welches einen muffigen Duft von sich gibt, ist unbrauchbar. Es hat dieselbe Kraft wie die Narde; aber jenes leistet Alles kräftiger. So hat das Malabathron eine harntreibendere und magenstärkendere Kraft, auch gegen Augenentzündungen eignet es sich, wenn es mit Wein behandelt [3], fein zerrieben und eingestrichen wird. Es wird aber auch unter die Zunge gelegt zum Wohlgeruch des Mundes und zwischen die Kleider, denn diese schützt es vor (Motten-) Fraß und macht sie wohlriechend.
Commentaires de Berendes
- ↑ φακός, gemeint ist φακὸς ὁ ἐπὶ τῶν τελμάτων, Lemna minor L., Wasserlinse.
- ↑ d. h. folia in fragmentis.
- ↑ ἀναζεσθέν, aufgelebt, d. h. wenn die Blätter durch Wein wieder angefrischt werden.
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Nach Plinius (XII 129) wächst das Malabathron oder Malobathron in Syrien, häufiger in Aegypten. „Es ist ein nach Art der Wasserlinse in Sümpfen wachsender Baum mit eingerollten Blättern von der Farbe trockener Blätter, aus denen ein Oel zu Salben gepresst (gemacht) wird, die am meisten geschätzte Art findet sich in Indien. Dieses Malabathron ist dunkler, rauh, hat einen angenehmeren Geruch als Safran, der besonders beim Anfeuchten mit Wein hervortritt, es schimmelt rasch." Sowohl D. wie Plinius haben offenbar nach Hörensagen berichtet.
Als Stammpflanze wird Laurus Cassia L. (Laurineae), Kassienlorbeer, betrachtet, ein Baum Chinas und Cochinchinas. Die Blätter sind länglich-elliptisch, spitzlich, unten bogig, geädert, mit drei starken Nerven, beiderseits mit kurzem grauem Filz bedeckt, unterseits graugrün, lederartig, dick, bis zu 20 cm lang und 7 cm breit, welche dann, wie man annimmt, vom Winde auf die Flüsse und Seen getrieben werden. Im „Periplus des erythräischen Meeres" von einem unbekannten Verfasser, dessen Abfassung in die Zeit des D. gesetzt wird, heisst es § 56: „Jedes Jahr kommt in die Nähe der Stadt Thina (im heutigen Siam) ein Volksstamm, die Bessiden genannt, sehr kleine Menschen mit breitem Gesicht und vollständiger Stumpfnase, den Wilden ähnlich. Sie erscheinen mit Weib und Kind, mächtige Ballen und Körbe von Flechtwerk, den Weinreben ähnlich, tragend und bleiben dort, Feste feiernd, einige Tage. Die Körbe dienen ihnen zum Lager. Dann ziehen sie in ihre Heimath zurück. Hierauf wartend gehen die Bewohner der Gegend hinzu und sammeln die Unterlagen jener. Sie ziehen aus den Geflechten, die sie Petoi nennen, die Rippen heraus, wickeln die Blätter zusammen und umfestigen sie durch die Fasern der Stengel zu Kugeln. Es werden drei Sorten gemacht: aus den grösseren Blättern das grobkugelige Malabathron, aus den mittelgrossen das mittelmässige und aus den kleineren Blättern das feinere, dann wird es von den Verfertigern selbst nach Indien gebracht." Als weitere Stammpflanzen des Malabathron werden angenommen Cinnamomum Cassia Nees (Ceylon), Cinnamomum aromat. Nees (China) und mit grösserer Wahrscheinlichkeit Cinnamomum Tamala Nees (Ostindien), dessen Blätter noch heute in Indien häufig gebraucht werden. Die Blätter sind gross, länglich-lanzettlich, zugespitzt, dreifach benervt, oberseits sattgrün, unterseits bogig fein geädert und seegrün, Auf die oben angegebene Weissfilzigkeit der Blätter könnte das „beim Erweichen weisslich werden" des D. bezogen werden.
Bei den späteren Griechen, z. B. Nicolaus Myrepsos, hiessen sie φύλλα μαλαβάθρου oder φ. ἰνδικά, Malabathron oder indische Blätter, bei Plutarch und Valerius Cordus einfach φύλλα, Blätter, die daraus bereitete Salbe hiess unguentum foliatum. In Indien heisst nach Garcia das Malabathron Tamalabathron (Tamala und Bathron, Blatt).