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Smurna (Dioscoride)

6 331 octets ajoutés, 29 mars 2021 à 17:02
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== Traduction allemande de Berendes ==
77. Περὶ Σμύρνης. Myrrhe. Balsamea myrrha (Burseraceae) - Myrrhe
 
Die Myrrhe ist die Thräne eines in Arabien wachsenden, der ägyptischen Akazie ähnlichen Baumes, aus dem nach der Verwundung die Thränen theils auf untergebreitete Matten fliessen, theils aber am Stamm erhärten. Eine Art davon wird die fette der Ebene <ref>πεδιάσιος, campestris, die in der Ebene wächst, Theophrast unterscheidet davon die Gebirgsmyrrhe.</ref> genannt, von der durch Auspressen die Stakte gewonnen wird, eine andere die Gabirea <ref>Gabirea leitet Sprengel aus dem Arabischen ab, wo es sehr mächtig bedeutet, also die an Myrrhen reichste Gegend sein soll.</ref>, sehr fette, welche auf fruchtbarem fettem Boden wächst, und auch viel Stakte liefert. Alle übertrifft die troglodytische <ref>Troglodyten, Höhlenbewohner an der Küste von Nubien und Habesch, der Myrrhen- und Weihrauchgegend.</ref>, so genannt von dem Lande, wo sie wächst; sie ist grünlichgelb, beissend und durchsichtig. Eine gewisse feine Art wird auch gesammelt, welche gleich auf die troglodytische folgt, etwas weich wie das Bdellium, von üblem Geruch ist und in sonnigen Gegenden wächst. Eine weitere Art wird Kaukalis <ref>Kaukalis, eine geringe Sorte, D. nennt sie überreif, ὑπέρωρος, d. h. sie hat nicht mehr die guten Eigenschaften der frischen und jüngeren Myrrhe.</ref> genannt, sie ist veraltet, dunkel, mager. Die geringste von allen heisst Ergasime <ref>Ergasime, ἐργασίμη, eine verarbeitete, also verfälschte Sorte.</ref>, sie ist mürbe und mager, scharf und gummiartig, sowohl dem Aussehen <ref>Cod. N. und C. haben ὀσμῆ, dem Geruch nach, statt ὄψει.</ref>, wie der Kraft nach. Auch die Aminaia <ref>Andere Schriftsteller haben Minaea, es ist die Gegend von Mekka. Plinius XII 68 sortirt die Myrrhe anders: Allen voran steht die Stakte oder Tropfenmyrrhe, welche aus dem wilden Baume von selbst ausfliesst; die beste aus den wilden Bäumen ist dann die troglodytische, dann kommt die Minaea, dann die Collatitia, die zusammengetragene, in dickeren Stücken, die fünfte ist die sambracenische, so genannt von der in der Nähe der Sabäer gelegenen Stadt, die sechste die dusaritische. Eine weisse Art wird nur an einem einzigen Orte gewonnen und nach Messalum (Mosylon) gebracht.</ref> genannte wird nicht geschätzt. Es werden aus ihnen Pressauszüge gemacht, nämlich aus den fetten wohlriechende und fette, aus den trockenen aber dürre und geruchlose, sie sind kraftlos wegen des zu ihrer Herstellung hinzugenommenen Oels. Sie (die Myrrhe) wird verfälscht durch Zumischen von Gummi, welches mit einem Aufguss von Myrrhe benetzt ist. Wähle die frische, zerreibliche, leichte, allerseits gleichfarbige die auf dem Bruche innen weisse, onyxartige, glatte Streifen zeigt, aus kleinen Stücken besteht, bitter, wohlriechend, scharf und erwärmend ist ; die schwere und pechfarbige ist unbrauchbar. Sie hat erwärmende [die Flüsse zurückhaltende, betäubende, verklebende, austrocknende, adstringirende Kraft; sie erweicht und öffnet die verschlossene <ref>μεμυκυῖαν, eigentlich brüllende, dröhnende, dumpfes Geräusch machende.</ref> Gebärmutter, befördert rasch die Menstruation und den Fötus, wenn sie mit Wermuth und einer Lupinenabkochng oder Rautensaft in Zäpfchen eingeführt wird. Sie wird auch als Pille von Bohnengrösse genommen gegen chronischen Husten, Orthopnöe gegen Seiten- und Brustschmerzen, gegen starken Durchfall und Dysenterie und Nierenleiden, wie das Bdellium. Sie stellt die Frostschauer, besonders die viertägigen, wenn sie zwei Stunden vor dem Eintritt mit Pfeffer und Wasser bohnengross genommen wird. Die Rauheit der Luftröhre und die Heiserkeit der Stimme benimmt sie, wenn sie verflüssigt und unter die Zunge gelegt wird. Sie tödtet ferner die Würmer und wird gegen üblen Geruch des Mundes gekaut. Gegen Erschlaffung der Achseln wird sie mit trockenem Alaun eingesalbt; mit Wein und Oel als Spülung macht sie die Zähne und das Zahnfleisch fest. Aufgestreut verklebt sie auch die Kopfwunden, heilt mit Schneckenfleisch eingestrichen zerschlagene Ohren und blossgelegte Knochen, mit Meconion, Bibergeil und Glaukion <ref>Glaukion ist der Saft einer Pflanze Syriens, man hält dafür ''Glaucium luteum'' Scop., den gelben Hornklee. Vgl. auch III 90.</ref> eiterflüssige und entzündete Ohren. Gegen Finnen wird sie mit Kassia und Honig eingesalbt, Flechten vertreibt sie mit Essig, ausfallende Haare befestigt sie eingestrichen mit Ladanum, Wein und Myrtenöl, chronischen Katarrh lindert sie als Salbe in die Nasenflügel eingestrichen, Geschwüre in den Augen füllt sie aus, vertreibt die weissen Flecken und die Verdunkelungen der Pupille und glättet die Rauheiten. Es wird aus ihr auch wie aus dem Weihrauch ein Russ gemacht, wie wir zeigen werden, welcher dieselben Wirkungen hat.
== Commentaires de Berendes ==
<references/>
 
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Die Myrrhe ist das Gummiharz von ''Balsamea Myrrha'' Engl., ''Balsamodendron Myrrha'' Nees v. Es. (Burseraceae), einem dornigen kleinen Baume oder Strauche in dem arabischen und afrikanischen Küstengebiete des rothen Meeres. Den Namen hat sie von dem arabischen mur, bitter. Nach dem Periplus wurde die Droge von Aualites, einem Landungsplatze der Homeriten, nach den Hafenorten Ocelis und Muza (heute Ghela und Mauschid) gebracht, etwas kam auch von Mosylon; eine feine Waare kam aus Muza, von hier auch die Stakte.
 
Die Myrrhe fliesst theils freiwillig aus (Myrrha stillaticia), und diese wurde stets als die beste angesehen, theils nach Einschnitten in die Rinde, erhärtet aber sehr bald an der Luft.
 
Die Myrrhe enthält 40—67% Gummi, 2,0—6,5% ätherisches Oel (Myrrhol) und 28—35% Harz, sie ist also theils in Wasser, theils in Alkohol löslich.
 
Wie sehr die Myrrhe im tiefsten Alterthum geschätzt wurde sowohl als Arzneimittel wie auch als Gewürz, geht aus den altägyptischen Tempelrecepten, wo sie änti su, trockene Myrrhe genannt wird, und aus vielen Stellen der Bibel hervor: II. Mos. 31, 23 soll von der "ersten und ausgesuchten Myrrhe" zu Salböl genommen werden, Hohel. 5, 5 heisst es : "Meine Hände träufelten von Myrrhe (מוֹר צֹבֵר) und meine Finger bedeckte feinste Myrrhe," was auf die Tropfenmyrrhe zu deuten ist.
 
Heute ist die Verwendung der Myrrhe eine sehr beschränkte.
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